WooCommerce vs Shopify: Welches Shopsystem ist das richtige für dich?

Christian Zimpel Aktualisiert am 20.10.2020
6 Min.
WooCommerce vs Shopify
Zuletzt aktualisiert am 20.10.2020

Shopify vs WooCommerce – das Shopsystem auf der Basis von WordPress – was ist besser? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn es gibt zu viele verschiedene Faktoren sowie Möglichkeiten und Voraussetzungen, weshalb jemand einen Online-Shop betreiben möchte. Erfahre mehr über die wichtigsten Vergleichskriterien.

Ein Versandhändler etwa hat ganz andere Bedürfnisse, als zum Beispiel ein Handwerker, der seine Dienstleistung anbietet. Oder als ein Künstler, der ganz individuelle Produkte nach Kundenwünschen verkauft, und dazu einen Produktkonfigurator verwenden will.

Sowohl Shopify als auch WooCommerce haben verschiedene Stärken und Schwächen. In diesem Vergleich zeige ich dir, welches der beiden Tools möglicherweise die perfekte Lösung für dich und dein Business sein kann.

Einstieg in WooCommerce

Du willst wissen, wie man einen Online-Shop mit WooCommerce und WordPress aufbaut? Dann schau dir unser E-Book WooCommerce für Profis an. Es enthält alle Informationen, um mit deinem Webshop richtig durchzustarten.

Die Unterschiede

Der größte Unterschied zwischen WooCommerce und Shopify: Shopify ist eine All-in-One-E-Commerce-Lösung, WooCommerce ist ein Plugin für WordPress. Du brauchst also eine WordPress-Installation sowie ein WooCommerce Hosting als Basis. Was du dabei berücksichtigen solltest, das zeigen wir dir in unserem Beitrag 4 Faktoren für das WooCommerce-Hosting.

Shopify bietet dir alles aus einer Hand, was du für einen schnellen Start benötigst. Du kannst mit Shopify in Rekordzeit einen einfachen Shop für den Versand von Produkten auf die Beine stellen. Das hat aber auch seinen Preis, wie wir gleich noch sehen werden.

WooCommerce dagegen ist ein kostenloses Plugin für deine selbst gehostete WordPress-Website. WooCommerce gibt dir im Gegensatz zu Shopify sehr viel Freiheiten und Möglichkeiten, was den Funktionsumfang sowie die Gestaltung angeht. Dafür gibt es aber auch ein paar mehr Hürden, um die man sich kümmern muss. Zum Beispiel das Thema Hosting und die Sicherheit.

Gruppierte Produkte
Produkte in WooCommerce kannst du individuell anpassen, etwa die Zusatzangaben

Wie du siehst, ist der Vergleich nicht ganz einfach. Daher hole ich hier etwas weiter aus und unterteile den Vergleich in verschiedene Kategorien:

  • Bedienung und Einstieg
  • Flexibilität und Anpassbarkeit
  • Bezahlmethoden
  • Datenkontrolle
  • Kostenvergleich mit einigen Beispielrechnungen
  • Fazit

Bedienung und Einstieg

Einfacher als der Einstieg in Shopify geht kaum. Die Bedienung ist intuitiv und die Einrichtung sehr leicht. Mit Shopify hat man in Rekordzeit einen einfachen Shop stehen, mit dem man seine ersten Produkte verkaufen kann.

Etwas holperiger gestaltet sich dagegen der Start mit WooCommerce. Der erste Aufwand ist etwas größer, da man sich um das Hosting sowie um eine WordPress-Seite kümmern muss, wenn man nicht eh schon eine hat. Die Lernkurve ist um einiges steiler, da man sich mit Thematiken wie WordPress, Hosting, Plugins, Sicherheit, Rechtssicherheit und Co. auseinandersetzen muss. Aber auch hier kann man einen einfachen Shop innerhalb eines Tages an den Start bringen, wenn man das möchte.

assistent
Der WooCommerce Wizard führt dich durch die Installation

Das Gute an WooCommerce: Man kann das Plugin beliebig erweitern und für alle möglichen Zwecke benutzen und anpassen. So lässt sich ein Memberbereich erstellen, ein Shop mit extra B2B-Funktionen für Wiederverkäufer einrichten oder auch mit Produktkonfiguratoren arbeiten, um individuelle Lösungen oder Designs anzubieten.

Flexibilität und Anpassbarkeit

Wie flexibel sind Anpassungen des Designs und der Funktionen möglich? Bei WooCommerce ist man zu 100 Prozent frei, wenn es um Anpassungen geht. Geht nicht, gibt es bei WooCommerce einfach nicht. So kann der Shop über sogenannte WooCommerce Themes ganz individuell gestaltet werden. Der Flexibilität und der Funktionalität sind so gut wie keine Grenzen gesetzt.

Mit WooCommerce lassen sich nicht nur einfache Produkte verkaufen, du kannst auch einen Mitgliederbereich für Videokurse einrichten, oder mit einem Produktdesigner auf der Seite individuelle Handarbeiten verkaufen. Auch Optimierungen für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) – um bei Google besser gefunden zu werden, nimmst du selbst vor. Für viele Dinge gibt es schon fertige Erweiterungen (Plugins), die oftmals kostenfrei sind.

WooCommerce Memberships
Abonnements verwalten mit WooCommerce Memberships

Wenn man nicht fündig wird, dann kann man selbst ein Plugin entwickeln, oder dieses bei einer WordPress Agentur in Auftrag geben. Shopify ist dagegen eher eingeschränkt in der Anpassbarkeit. Es gibt ebenfalls eine Vielzahl von Plugins und Themes (zum Teil auch kostenpflichtig), die man für seinen Shop benutzen kann. Aber die Möglichkeiten von Shopify sind eher begrenzt – der Fokus liegt auf dem Verkaufen von einfachen Standard- und Versand-Produkten.

Bezahlmethoden

Shopify bietet die gängigen Zahlmethoden wie zum Beispiel Kreditkarte und Paypal an. Abgerechnet wird – wie bei fast allen Anbietern – eine Gebühr, welche prozentual vom Umsatz abhängig ist. So zahlt man für die Verwendung von Kreditkarten derzeit 2,4 Prozent vom Umsatz und 0,25€ je Transaktion.

Shopify Payments
Shopify Payments

Dadurch, dass WooCommerce ein WordPress Plugin ist, werden nicht nur die gängigen Zahlungsmethoden unterstützt. So wie Kreditkarten über den Zahlungsdienstleister Stripe (1,4 Prozent vom Umsatz und 0,25€ je Transaktion) oder Paypal. Sondern zusätzlich so ziemlich alle Zahlungsdienste und Anbieter, die man sich vorstellen kann. Auch international. Selbst Bitcoin und andere Währungen lassen sich somit einbinden. Hier ist man absolut frei in seiner Auswahl.

Datenkontrolle und Sicherheit

Bei WooCommerce bist du zu 100 Prozent der Inhaber deiner Daten und der Daten deiner Kunden. Nur du entscheidest, was mit ihnen geschieht und wo diese gespeichert werden. Deshalb liegt aber auch die ganze Verantwortung bei dir. Du musst also beispielsweise dafür sorgen, dass deine WordPress-Installation abgesichert ist. Ein guter Webhoster wie RAIDBOXES nimmt dir dabei viel Arbeit ab.

Shopify gibt dir die Möglichkeit, die Daten deiner Kunden zu exportieren. Der Dienst behält aber immer eine eigene Kopie der gesamten Daten auf seinen Servern. Dafür kümmert sich Shopify nach eigenen Angaben um alle Belange rund um das Thema Sicherheit.

Kostenvergleich

Auch hier gibt es deutliche Unterschiede, welche auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich sind. Die Initialkosten für die Shoperstellung hängen sehr von deinen Anforderungen ab. Je nach Bedarf gibt es bei beiden Systemen Premium-Plugins, die einmalige oder monatliche Kosten verursachen. Beide Punkte wurden bei der nachfolgenden Berechnung nicht berücksichtigt, es geht lediglich um die laufenden Kosten.

Hier ein paar  beispielhafte Berechnungen, um die Kosten der wichtigsten Shop-Varianten direkt gegenüberzustellen. Bei Shopify haben wir dabei die verschiedenen Preispläne und Shopify Payments berücksichtigt. Je nach genutzter Bezahlvariante deiner Kunden (außerhalb von Kreditkarten) können die zugehörigen Gebühren sowohl bei Shopify als auch bei WooCommerce niedriger oder auch höher ausfallen. Bei Shopify etwa fallen zusätzliche Gebühren bei allen Zahlungsanbietern an, die außerhalb von Shopify Payments liegen.

Anwendungsfall 1: Mini-Shop

Ein Produkt, zehn Bestellungen/500 Euro Umsatz im Monat

KostenpunktShopifyWooCommerce
Hosting/Gebühren pro Monat26,00€30,00€ (FULLY MANAGED)
Kreditkartengebühren2,4% / 12,00€1,4% / 7,00€ (Stripe)
Kosten pro Bestellung0,25€ / 2,50€0,25€ / 2,50€
Kosten pro Monat40,50€39,50€

Anwendungsfall 2: Wachsender Shop

10 Produkte, 30 Bestellungen/1000 Euro Umsatz im Monat

KostenpunktShopifyWooCommerce
Hosting/Gebühren pro Monat26,00€30,00€ (FULLY MANAGED)
Kreditkartengebühren2,4% / 24,00€1,4% / 14,00€ (Stripe)
Kosten pro Bestellung0,25€ / 7,50€0,25€ / 7,50€
Kosten pro Monat57,50€51,50€

Anwendungsfall 3: Mittlerer Shop

50 Produkte, 150 Bestellungen/3000 Euro Umsatz im Monat

KostenpunktShopifyWooCommerce
Hosting/Gebühren pro Monat67,00€50,00€ (PRO Tarif)
Kreditkartengebühren2,1% / 63,00€1,4% / 42,00€ (Stripe)
Kosten pro Bestellung0,25€ / 37,50€0,25€ / 37,50€
Kosten pro Monat167,50€129,50€

Anwendungsfall 4: Größerer Shop

500 Produkte, 1500 Bestellungen/90.000 Euro Umsatz im Monat

KostenpunktShopifyWooCommerce
Hosting/Gebühren pro Monat254,00€200,00€ (BUSINESS XL Tarif)
Kreditkartengebühren1,8% / 1.620,00€1,4% / 1.260,00€ (Stripe)
Kosten pro Bestellung0,25€ / 375,00€0,25€ / 375,00€
Kosten pro Monat2.249,00€1.835,00€

Fazit

Shopify ist für Menschen gemacht, die ohne großes technisches Interesse und Verständnis möglichst unkompliziert und schnell einen Shop haben wollen. Und in dem sie einfache Standard-Produkte für den Versand verkaufen. Bei Shopify braucht man sich um nichts weiter kümmern und kann in Rekordzeit loslegen. Die Entwicklung der Plattform sowie das Hosting lässt sich Shopify über die Gebühren bezahlen. Mehr Verkäufe und Umsatz bedeuten mehr Gebühren, was man im Kostenvergleich sehr schön sehen kann. 

WooCommerce ist für alle Macher! Und – auch vom Kostenvergleich her – für alle Fälle, in denen du mehr als einen kleinen Shop brauchst. WooCommerce ist für alle perfekt geeignet, die gerne einen ganz individuellen Shop ihr eigen nennen wollen. Und die sich nicht scheuen, auch mal selbst Hand anzulegen – oder sich einen Dienstleister hierfür zu suchen.

Bei WooCommerce solltest du nicht Technik-scheu sein. Gleichzeitig braucht es die Bereitschaft, sich neues Wissen anzueignen. Ein Interesse an Webtechnologie ist hier unumgänglich, ebenso wie die Bereitschaft, Verantwortung für die Sicherheit des Shops zu übernehmen.

WooCommerce vs Shopify: Deine Fragen

Welche Fragen zu unserem Vergleich hast du? Nutze gerne die Kommentarfunktion. Du willst über neue Beiträge zu WordPress und WooCommerce informiert werden? Dann folge uns auf TwitterFacebook oder über unseren Newsletter.

Christian gehört zum Support-Team und steht dir immer mit Rat und Tat zur Seite. Er unterstützt dich zum Beispiel dabei, deine Website zu uns umzuziehen. Oder um herauszufinden, weshalb deine Seite nicht gut performt.

Ähnliche Artikel

Kommentare zu diesem Artikel

M
Marvin

Der Kostenvergleich ist falsch, es fallen die 2% Gebühren an Shopify nur an wenn man nicht Shopify Payments nutzt (d.h. eine Kreditkartenzahlung kostet nur 2,4% + 0,25€ hierzu kommt keine weitere Gebühr).

Christian
Christian

Hallo Marvin,
vielen Dank für deinen Kommentar.
Du hast recht, wenn man “Shopify Payments” nutzt, zahlt man die zwei Prozent nicht mehr.
Der Kostenvergleich ist deshalb aber nicht gleich falsch, denn nicht jeder kann Shopify Payments für sich nutzen. Es gibt eine ganze Liste von Unternehmen und Ländern, die dieses nicht für sich nutzen können. Deshalb wurde es nicht berücksichtigt.

Laurents Mohr
Laurents Mohr

Der Kostenvergleich ist einfach falsch. Die meisten nutzen Shopify Payments. Das gar nicht zu erwähnen ist trügerisch! Außerdem würde man bei einem größeren Shop natürlich nicht den Basic Plan nehmen, sondern Standard oder Premium.
Bei Standard würde man 79$ im Monat und 2.1% Kreditkartengebühren zahlen und bei Advanced 299$ im Monat und 1.8% Kreditkartengebühren.

Michael Firnkes
Michael Firnkes

Hallo Laurents,

Danke für den Hinweis, wir werden den Beitrag in den nächsten Tagen noch einmal ergänzen.

Birger
Birger

Mal wieder ein guter und informativer Beitrag!

Gern gelesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.