Green Marketing: Bessere Google Rankings und Wettbewerbsvorteile

Green Marketing: Bessere Google Rankings und Wettbewerbsvorteile

Ob wir es nun Green Marketing, Ökomarketing oder Substainable Marketing nennen – alle drei Begriffe verfolgen das gleiche Ziel: eine ökologieorientierte Planung und Umsetzung von Marketing-Aktivitäten. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Green Marketings ein und befassen uns mit seinen Vorteilen und Herausforderungen.

Wichtig zu Beginn ist, das Green Marketing nicht nur auf nachhaltige Produkte oder Unternehmen beschränkt ist. Hier gibt es einen größeren Spielraum. Essenziell ist allerdings, dass die Umweltfreundlichkeit von Produkten und vor allem auch die Nachhaltigkeit der Produktionskette selbst gefördert werden soll.

Green Marketing – Mehr als Selbst- und Kundenberuhigung?

Noch nie war das Thema Umweltschutz aktueller als heute. Das beweisen auch die folgenden Zahlen des EY Future Consumer Index 2021:

  • 53 Prozent der deutschen Bevölkerung sehen den Klimawandel als elementares Problem an (15 Prozent mehr als in den USA und 8 Prozent mehr als im weltweiten Vergleich)
  • 68 Prozent achten zumindest beim Kauf eines Produktes hin und wieder auf dessen Umwelteinfluss
  • 30 Prozent der deutschen Verbraucher nennen die verantwortungsvolle Produktion und den Konsum von Produkten und Dienstleistungen als einen der bedeutendsten Nachhaltigkeitsaspekte (7 Prozent mehr als im weltweiten Vergleich)
Priorities Sustainability Germany
Vergleich von Nachhaltigkeitsprioritäten von Menschen in Deutschland vs. weltweit

Nachhaltigkeit und umweltverträgliche Produkte spielen für deutsche Verbraucher eine immer wichtigere Rolle. Um auch in diesem Bereich wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen dem Green Marketing öffnen. Und das nicht erst in der Zukunft, sondern am besten ab sofort.

Wirtschaftlicher Erfolg sollte also mit ökonomischem und sozialem Mehrwert verbunden werden. Hierbei stehen Authentizität und Ehrlichkeit im Mittelpunkt. Doch Vorsicht: Zwischen reinen Versprechen, dem sogenannten Green Washing, und tatsächlich gelebten Nachhaltigkeitsideen, ist ein schmaler Grat.

Doch wie verschaffen sich Unternehmen einen Preisvorteil durch Nachhaltigkeit? Hier eine kurze Erläuterung: Kund:innen…

  • … vertrauen einer Marke mehr, wenn Nachhaltigkeit großgeschrieben wird
  • … erwarten höhere Kosten durch Umweltaspekte
  • … zeigen eine höhere Bereitschaft, mehr zu zahlen

Sharing von Online-Ressourcen

Unter dem Begriff „Sharing Economy“ versteht man eine „Wirtschaft des Teilens“. Beim Sharing von Online-Ressourcen geht es vor allem um das Teilen von Informationen, Dienstleistungen und Software. Hier eine Auflistung bestehender Sharing-Angebote nach Kategorie und Typ:

KategorieTypBeispiele
GüterMieten, Leihen oder SchenkenMobile Güter (Automobile, Garten- und Sportgeräte, Werkzeuge und Kleidung)
Immobile Güter (Häuser, Wohnungen, Garagen, Gärten oder Parkplätze)
DienstleistungenVermittlungFahr-, Reparatur- und Reinigungsdienste
InformationenTeilenOnline-Enzyklopädie
Software & AnwendungenTeilenOnline-Büroanwendungen (Texte, Tabellen, Präsentationen, Kalender, Formulare und Zeichnungen, Chat-Funktion)

Die Vorteile durch geteilte Nutzung sind:

  • Kapazitäten und Lizenzen werden effizienter ausgeschöpft
  • Der Ressourcenverbrauch wird gesenkt
  • Soziale Kontakte und gesellschaftlicher Zusammenhalt werden gestärkt
  • Zugang zu einer größeren Menge an Dienstleistungen, Waren und Informationen
  • Günstiger als auf herkömmlichem Beschaffungsweg
  • Anbieter nehmen preiswert Anteil an einem Trend und gewinnen Reichweite durch Erweiterung des Sharing-Angebotes

Die Nachteile:

  • Leistungen mit geringer Vergütung stehen verhältnismäßig hohen Gebühren für die Vermittlung gegenüber
  • Sharing-Dienstleister sind meist selbstständig, tragen Kosten und Risiken selbst und sind oft schlechter gestellt als Angestellte
  • Reguläre Arbeitsplätze werden gefährdet

Ist umweltbewusste Suchmaschinenoptimierung erfolgreicher?

Machen wir uns zunächst noch einmal die Mission von Google bewusst:

“Our mission is to organize the world’s information and make it universally accessible and useful.”

Bei Google stehen die User der Suchmaschine und deren Bedürfnisse im Mittelpunkt. Das beste Nutzererlebnis wird geboten, wenn der User bereits beim ersten Suchergebnis sein Problem lösen oder seine Frage beantworten kann. Das bedeutet, nur relevante und gut konsumierbare Inhalte schaffen es in den Suchergebnissen nach oben.

  • Wichtig: Nicht nur immer wieder neue Inhalte einstellen, sondern Inhalte auch regelmäßig ausdünnen, aktualisieren und gezielt aufbauen.
  • Warum? Jede Webseite erhält von Google ein begrenztes Crawl-Budget (Zeit, die ein Bot für die Indexierung von neuen bzw. geänderten Inhalten auf der Webseite verbringt).
  • Die Optimierung des Crawl-Budgets resultiert in einer Win-Win-Situation:
    • Google erhält bessere Suchergebnisse bei gleichem Energieeinsatz.
    • Änderungen oder neue Inhalte der Webseitenbetreiber landen schneller im Suchindex und erhalten bessere Rankings.

Mithilfe der Zahlen aus der Google Search Console können wir den Effekt der umweltbewussten Suchmaschinenoptimierung verdeutlichen. Nachdem wir unter anderem die Ladezeit der Website verbessert und inhaltliche Optimierung vorgenommen haben, steigt die Anzahl gecrawlter Seiten bei gleichem Budget um 35 bis 40 Prozent (Punkt A). Damit werden neue Inhalte nicht nur schneller in den Google Index aufgenommen, sondern auch höher eingestuft.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil richtig umsetzen

Green Marketing als reines Werbetool zu verwenden ist aus Unternehmerperspektive wirkungslos. Stattdessen profitiert, wer Nachhaltigkeit im Wertschöpfungsprozess und im Erzeugnis selbst einbindet. Es besteht auch die Chance, sich gegenüber größeren, etablierten Wettbewerbern abzugrenzen.

Wie? Indem man von linearer zu zirkularer Prozessdefinition wechselt. Das bedeutet, dass die Erzeugnisse nach der ersten Nutzungsdauer einem weiteren Nutzungszyklus zugeführt werden. Wobei das Ziel ist, den Wert von Erzeugnissen zu erhalten, solange qualitativ und wirtschaftlich möglich.

Hier eine Gegenüberstellung der drei zirkularen Bausteine für verschieden Geschäftsmodelle:

Zirkulare BausteineProduct as a ServiceSharing Economy
ProduktdesignGeräte aus wiederverwertbaren Materialien und  wechselbaren Verschleisskomponenten (z.B. Akkus)Mieten von hochwertigen Geräten mit widerstandsfähige Materialien (z.B. Baumaschinen, Küchengeräte, oder Möbel)
Schlüsseltechnologie
z.B. Analyse von Massendaten
Objekterkennung in Bildern (z.B. Automat zur Rücknahme gebrauchter Smartphones)Online Dienste zur gemeinsamen Nutzung einer Methodik (z.B. Suchmaschinenoptimierung)
RückwärtslogistikRücknahme-Behälter (z.B. für defekte Elektrokleingeräte)Partnerschaften für  Rohstoffgewinnung und Recycling (z.B. gebrauchte oder zu entsorgende Abfallstoffe als Rohmaterial verwenden)

Ein bewusster und ehrlicher Umweltgedanke ist nicht nur am Puls der Zeit, sondern erhöht auch Absatzchancen. Ökologische USPs können sich speziell für Startups oder kleine Unternehmen als ein wirkungsvolles Differenzierungsmerkmal gegenüber etablierten Unternehmen erweisen.

Hierzu braucht es jedoch auch effektive Marketingmaßnahmen, die den Wunsch der Konsumenten nach Unternehmen ansprechen, die soziale und ökologische Verantwortung übernehmen.

Nachhaltige Unternehmensführung – Pflicht oder Kür?

Unter nachhaltiger Unternehmensführung versteht man einen umfassenden Ansatz, der die Dimensionen der Ökonomie, Ökologie und des Sozialen beinhaltet.

  1. Der erste Schritt ist, die Auswirkungen unternehmerischen Handelns zu verstehen. Hierzu zählen zum Beispiel die Ökobilanz, Produktbewertungen, ein ganzheitliches Risikomanagement und die Risikobewertung.
  2. Auch die menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflicht ist durchzusetzen. In Anlehnung an den gleichnamigen Katalog vom Umweltbundesamt (für Deutschland) sollten Unternehmer:innen zum Beispiel Kriterien bezüglich der Nachhaltigkeit bei der Auswahl von Lieferanten und Geschäftspartnern berücksichtigen.
  3. Außerdem müssen geeignete Prozesse für die Umsetzung eingeführt und etabliert werden. Es ist empfehlenswert, seine Ziele zu formulieren, verfügbare Wegweiser zur Definition und Umsetzung von Maßnahmen zu nutzen und gegebenenfalls standardisierte Systemlösungen einzusetzen.

Speziell für kleine und mittlere Unternehmen empfiehlt es sich, Ressourcen zu bündeln und gemeinsame Lösungen zu suchen. Im Wegweiser vom Öko-Institut (PFD, deutsch) lassen sich noch weitere Herangehensweisen und Tipps finden. Beispiele für ökologische Maßnahmen sind:

Ökologische MaßnahmeBeispiel
Energieverbrauch senkenUmstellung auf energiesparende Technologien (z.B. Beleuchtung, IT),
Bezug oder Erzeugung von regenerativen Strom bzw. regenerativer Wärme
Alternative Materialien einsetzen Einsatz von recycelten Materialien (z.B. Umschläge oder Papier),
Steigerung der Materialeffizienz (z.B. bei Druckern doppelseitigen Druck)
Nachhaltig beschaffen Auswahl von Lieferanten hinsichtlich ökologischer Kriterien,
Einkauf ökologischer und/oder regionaler Produkte und Dienstleistungen
Biodiversität anregenInformation und Sensibilisierung im geschäftlichen Netzwerk
Produktnutzung neu denken Längere Lebensdauer, mehrere Lebenszyklen durch verbesserte Reparatur- und Recyclingfähigkeit
Engagement für die Umwelt zeigenKooperation mit Umweltinitiativen, Sach- und Geldspenden 
Ressourcen im Internet schonenE-Mail-Antworten ohne Historie und mit kleinen Datei-Anhängen,
Datei-Sharing nur über Links zur Originaldatei,
Speicherbedarf von Webseiten minimieren (bessere Ladezeit),
lokale Backups statt Online-Backups

In der EU gilt für kapitalmarktorientierte Unternehmen, Banken und Versicherungen ab 500 Mitarbeiter:innen seit Dezember 2014 die Corporate Social Responsibility (CSR) Richtlinie. Diese schreibt die “nichtfinanzielle” Berichterstattung und den Nachweis über sozialverträgliches und nachhaltiges Handeln vor.

“Nichtfinanziell” bezieht sich dabei unter anderem auf Aktivitäten im Bereich Umwelt & Gesundheit, oder Wertschöpfungsprozesse, Material- und Informationsflüsse. Neben der Pflicht ist Nachhaltigkeit aber auch eine überaus nützliche Kür – und das nicht nur für Startups. Als Unternehmer profitiert die Marke am Arbeitsmarkt von einer nachhaltigen Positionierung.

Gemäß einer globalen Nachhaltigkeitsstudie der Strategie- und Marketingberatung Simon, Kucher & Partners aus dem Jahr 2021 gilt für 58 Prozent der befragten Deutschen Nachhaltigkeit als ein relativ bis sehr wichtiges Kaufkriterium.

Mein Fazit

Da das Thema Umweltbelastung eine starke emotionale Wirkung bei Kund:innen erzielt, dient Green Marketing als effektives Werkzeug zur Differenzierung. Emotionen und Erlebnisse können hervorragend in Werbebotschaften verpackt werden, doch es kommt vor allem auf eine überzeugende Umsetzung an: Die Werbebotschaft sollte sich nicht direkt auf das Produkt beziehen, sondern in eine wahre und authentische Story eingebettet werden. Schlage nicht den offensichtlichen, sondern den glaubhaften Weg ein!

Green Marketing: Deine Fragen

Welche Fragen an Jan hast du? Nutze gerne die Kommentarfunktion. Du willst über neue Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit und WordPress informiert werden? Dann folge uns auf TwitterFacebookLinkedIn oder über unseren Newsletter.

Beitragsbild: Pop Zebra

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