Warum werden WordPress-Seiten langsam?

Jan Hornung
3 Min.
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Diese Grundlagen musst du verstanden haben, um WordPress effektiv optimieren zu können. Ist WordPress langsam, kann das fatale Folgen für dein Online-Business haben: Schnelle Seiten sind bei Usern und Google beliebter, erzeugen bessere Interaktion und schließlich höhere Conversions und Umsätze.

Doch warum werden WordPress-Seiten überhaupt langsam? Welche Ursachen hat also eine hohe Seitenladezeit und wie lassen sich die Ursachen bekämpfen?

Was WordPress langsam macht

Eine per Hand geschriebene Website basiert auf HTML. Sie wird einmal aufgebaut und ist dann “besurfbar”. WordPress hingegen baut Websites bei jedem Aufruf dynamisch zusammen. Das hat viele Vorteile, vor allem wenn deine Seite häufig aktualisiert wird, geht aber zulasten der Performance. Denn die Seite muss ständig neuberechnet werden.

Daher ist die Ladezeit für WordPress besonders wichtig: Zu viele Plugins oder ein schlechtes Theme können zu massiven Einbrüchen in der Performance führen. Man kann diesem Problem prinzipiell auf zwei Wegen begegnen: Indem man das Performancepotenzial der eigenen Seite erhöht, sprich seinen Server aufrüstet und den richtigen Hoster wählt, und indem man seine Seite optimiert. Im besten Fall gehen diese beiden Schritte natürlich Hand in Hand.

Zu viele und zu große Serveranfragen machen WordPress langsam

Doch wie funktioniert nun der Mechanismus, der WordPress langsam macht? Entscheidender Faktor ist die Kommunikation zwischen Browser und Server.

Soll eine Website aufgebaut werden, so sendet der Browser eine Anfrage an den Server. Dieser wiederum zieht sich die nötigen Informationen unter anderem aus den PHP-Dateien von WordPress. Diese PHP-Dateien übersetzt der Webserver mithilfe des sogenannten PHP-Interpreters in browserlesbaren HTML-Code. Die Anfrage des Browsers an den Server wird auch als HTTP-Request bezeichnet. Neben dem HTML-Code, erzeugt auch jedes Bild, jede Animation usw. einen HTTP-Request. Je mehr dieser Anfragen gestellt werden müssen und je größer die dabei übertragenen Datenpakete sind, desto länger lädt die Seite [1].

Das heißt, dass eine Optimierung von WordPress sich im Großen und Ganzen auf zwei Prozesse stützt: Das Reduzieren der Anfragen und die Komprimierung der zu transportierenden Daten.

Plugins, das Theme, Bilder und Animationen treiben die Anfragen nach oben

Was erhöht nun die Zahl der so “schädlichen” HTTP-Requests? Im Grunde ein fehlendes Websitekonzept und unkomprimierte Daten. Denn wenn du dir nicht im Klaren darüber bist, welche Funktionalitäten und welches Design deine Website wirklich braucht, um zu funktionieren, läufst du Gefahr deine Seite mit Funktionen und Inhalten zu überladen.

Funktionen deiner Seite sind entweder Teil des Themes oder werden via Plugins integriert. Beides erhöht die Zahl der HTTP-Requests deutlich und macht WordPress langsam. Ein klares Funktionskonzept deiner Seite und ständiges Aufräumen im Backend sowie das Updaten von Plugins und Theme helfen dabei deine Seite schlank und damit schnell zu halten.

Auch Bilder und Animationen produzierenjedes Mal einen HTTP-Request. Somit gilt es auch deren Zahl zu reduzieren und sie so sparsam wie möglich einzusetzen.

Viele, unkomprimierte Dateien machen WordPress langsam

Nun kommt es neben der Zahl der HTTP-Requests auch auf die Größe der dabei übertragenen Daten an. Den meisten Platz belegen Mediendateien. Im Normalfall sind das Bilder und Grafiken. Aber auch Texte, Kommentare und sonstige Inhalte können die Größe der zu übertragenden Datenpakete in die Höhe treiben.

Auch hier helfen radikales Ausmisten und Komprimieren von Daten. Oder man nutzt einen Zwischenspeicher, einen sogenannten Cache.

WordPress langsam? Ein Zwischenspeicher hilft immer!

Ein Zwischenspeicher, oder Cache, kann als eine Art Kurzzeitgedächtnis verstanden werden. Ist beispielsweise ein Browsercache aktiviert, so kann sich der Browser eine bestimmte Zeit lang an bereits besuchte Seiten erinnern. Er merkt sich also welche Inhalte und Funktionalitäten in welcher Form auf der Website dargestellt werden. Hat man die Seite einmal besucht und ruft sie kurze Zeit später erneut auf, so muss der Browser keinen HTTP-Request an den Server senden, sondern kann sich die Seite komplett “aus dem Gedächtnis heraus” aufbauen.

Nun ist Caching kein ganz einfaches Thema. Es gibt zig verschiedene Arten von Caches, die sich an vielen verschiedenen Stellen einbauen und aktivieren lassen. Die schnellste Cachinglösung erhält man in der Regel über Plugins wie W3 Total Cache, WP Super Cache oder das kostenpflichtige WP Rocket.

Fazit: Serveranfragen reduzieren ist ein gutes Mittel gegen langsames WordPress – aber nur die halbe Miete

Der gesamte Prozess der WordPress Optimierung basiert auf dem Verringern der HTTP-Requests und der Komprimierung der zu übertragenden Datenpakete. Am besten fährt man aber, wenn man diesen Prozess komplett aushebelt und einen Cache, also einen Zwischenspeicher, aktiviert.

Daher kann die WordPress Optimierung sehr aufwändig werden. Und ist zudem nur die halbe Miete. Denn ohne entsprechende Serverpower und den richtigen Hosting-Tarif kannst du deine Seite optimieren so viel du willst: WordPress wird schlicht langsam bleiben. Was es bei der Wahl des Servers und Hosts in Sachen Performance zu beachten gibt, klären wir in den nächsten beiden Artikeln dieser Reihe.

Links

[1]: sehr schöne und anfängerfreundliche Einführung in die wichtigsten Abläufe und Begriffe: http://www.mediaevent.de/tutorial/

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