Nach dem Meilenstein-Release von WordPress 7.0 im Mai 2026 legt das Core-Team direkt nach. Am 19. August 2026 erscheint offiziell WordPress 7.1.
Während die Version 7.0 vor allem technologische Fundamente wie den nativen WP AI Client vorangetrieben hat, widmet sich WordPress 7.1 nun der Verfeinerung des Workflows und der Lösung langjähriger Community-Schmerzpunkte. Im Fokus stehen natives Responsive Styling, asynchrones Teamworking sowie massive Upgrades im Client-seitigen Medienhandling.
Für das größte Aufsehen in der Entwickler-Community sorgt jedoch eine überraschende Rolle rückwärts in letzter Sekunde: Der geplante Abschied des Classic-Blocks wurde am 7. Juli 2026 offiziell abgeblasen.
In diesem Guide zeigen wir dir alle Neuerungen im Detail, werfen einen Blick unter die Haube und verraten dir, wo du beim kommenden Update besonders vorsichtig sein musst.
Der WordPress 7.1 Release auf einen Blick
- Release Datum: 19. August 2026.
- Kern Features: Einführung von nativem Responsive Styling und Pseudo-State-Kontrollen (Hover/Focus/Active) im Site-Editor, asynchrones Teamworking über erweiterte „Notes“ (Vorschlagsmodus, Rich Text, Emoji-Reaktionen), automatisierte Migrations-Hilfen für Classic Themes, native Medienorganisation und ein neuer Medien-Editor-Modal. Dazu kommen neue Core-Blöcke (Tabs, Playlist, Inhaltsverzeichnis) sowie das neue „Guidelines“-Feature zur KI-Steuerung.
- Kehrtwende: Der Classic-Block bleibt nun doch regulär im Block-Inserter erhalten.
- Update-Empfehlung: Dringend vorab auf Staging testen! Durch den erzwungenen Iframe-Modus für Block-Themes und die ersten Vorbereitungen für das kommende React 19 Upgrade besteht bei älteren Plugins und Custom Blocks ein erhöhtes Risiko für Funktionsausfälle.
Der Release-Zeitplan von WordPress 7.1
Wie alle Major Releases von WordPress durchläuft auch 7.1 einen mehrstufigen und streng getakteten Entwicklungsprozess, um maximale Stabilität und Sicherheit für Millionen von Websites weltweit zu gewährleisten. Die Veröffentlichung ist planmäßig für den 19. August 2026 angesetzt.
Die WordPress 7.1 Roadmap im Überblick:
- Beta-Phase (15. Juli bis 29. Juli 2026): Nach der offiziellen Bekanntgabe der Roadmap im Juni startete am 15. Juli die Testphase mit der Beta 1. Am 22. Juli folgt Beta 2, am 29. Juli Beta 3. Der Fokus liegt vor allem auf dem breiten Testen der neuen asynchronen „Notes“ über das neue Kollaborations-Testprogramm sowie dem Erproben der ersten Core-Kompatibilitäten mit dem kommenden React 19 Upgrade.
- Release-Candidate-Phase (5. August bis 18. August 2026): Im August läuten die Core-Entwickler:innen mit dem ersten Release Candidate (RC1) den offiziellen Feature-Freeze ein. Ab diesem Zeitpunkt werden keine neuen Funktionen mehr zu WordPress 7.1 hinzugefügt. Die Wochen bis zum Launch dienen ausschließlich dem Feinschliff, der Behebung kritischer Bugs und der Absicherung des neuen, erzwungenen Iframe-Modus für Block-Themes.
- Final Release (19. August 2026): Nach dem erfolgreichen Abschluss aller verbleibenden Core-Tests wird die finale Version von WordPress 7.1 offiziell ausgerollt. Das Update steht ab diesem Tag weltweit direkt über das WordPress-Dashboard zur Verfügung.
Aktuelle Informationen zum exakten Entwicklungsstand, den wöchentlichen Test-Schedules und detaillierte Diskussionen rund um den Core-Code veröffentlicht das WordPress Core Team regelmäßig im offiziellen WordPress Development Blog.
Die Highlights von WordPress 7.1 im Detail
1. Customization: Endlich echtes Responsive Styling & Interaktive States
Es ist der wohl langlebigste Wunsch der Community: Layouts feingranular für Mobilgeräte, Tablets und Desktops anzupassen, ohne eine Zeile CSS zu schreiben. WordPress 7.1 macht dies möglich:
- Responsive Styling für Blöcke: Du kannst visuell festlegen, wie sich ein Block bei bestimmten Bildschirmbreiten (Viewports) verhält. Sobald du auf „Responsive Bearbeitung“ klickst, wird in der rechten Seitenleiste ein „Tablet“- oder „Mobile“-Button sichtbar. Nun kannst du für diese spezifische Ansicht beispielsweise eine andere Schriftgröße oder andere Abstände wählen – sowohl global als auch für einzelne Block-Instanzen.
- Viewport Breakpoint Customization: Über die
theme.jsonkönnen Entwickler nun eigene Breakpoints definieren, um das responsive Verhalten perfekt auf das Theme abzustimmen. - Interaktive States (Pseudo-Klassen): Der Editor unterstützt nun das native Styling von Zuständen wie
:hover(Mauszeiger darüber),:focus(Tastatur-Fokus für Barrierefreiheit) und:active(im Moment des Klicks). Buttons oder Links verändern so beim Interagieren das Design, ganz ohne Custom-CSS. Die Blockvorschau wird dabei live aktualisiert. - Zukunft des State-Stylings: Der Button-Block bildet den Startpunkt. Die Architektur ist so konzipiert, dass sie in kommenden Versionen auf Navigations-Links, Formularfelder, Bilder-Links und Beitrags-Templates ausgeweitet wird. Auch die Hervorhebung des aktiven/aktuellen Navigationsmenüpunkts lässt sich nun direkt über die
theme.jsonsteuern. - Vererbung sichtbar machen (Inherited Styles): Beim Stylen eines Blocks zeigt dir die Seitenleiste ab sofort an, woher ein Style kommt – ob fest vom Theme vorgegeben, global für die ganze Website eingestellt oder von einem übergeordneten Block (z. B. einer Gruppe) vererbt. Info-Blasen und Reset-Knöpfe helfen beim Aufräumen.
Unsere Meinung: Nicht für jeden sinnvoll. Es gibt tausende ältere oder kostenlose Themes im WordPress-Verzeichnis, die keine fluiden (automatisch skalierenden) Schriften eingebaut haben. Für diese Themes ist das Feature eine echte Rettung.
Für jemanden, der ein professionelles Theme mit sauber vorkalibrierten, mathematisch fluiden Schriften nutzt (welche stufenlos via
clamp()skalieren), ist dieses Feature im Redaktionsalltag überflüssig. Redakteure können damit die automatische Skalierung im Editor versehentlich „kaputtklicken“, indem sie feste Werte erzwingen. Für absolute Anfänger ist es ein Segen, für Profis ein Feature, das mit Vorsicht an Kunden und Redakteure übergeben werden sollte.
2. Collaboration: Vorschlagsmodus und die RTC-Hintergründe
Die Collaboration-Vision von Phase 3 marschiert weiter. Ursprünglich war schon für Version 7.0 geplant, die echte Echtzeit-Kollaboration (Real-Time Collaboration, kurz RTC) – also das zeitgleiche, synchrone Arbeiten im selben Beitrag wie in Google Docs – endlich auf breiter Front auszurollen.
Warum dieses Feature in WordPress 7.1 jedoch weiterhin hinter Feature-Flags bleibt und nur über spezielle Outreach-Testprogramme zugänglich ist, hat technische Gründe:
- Zu hohe Serverlast: Erste Tests zeigten, dass der WebSocket-basierte Ansatz zur ständigen Datenübertragung beim gleichzeitigen Tippen billige Hosting-Server (vor allem im Shared-Hosting-Bereich) komplett überlastet und zum Absturz gebracht hat.
- Falsches Datenmodell: Die Entwickler wollten die Daten anfangs am falschen Ort speichern. Um das System stabil und performant zu halten, muss im Hintergrund erst eine völlig neue Datenbank-Struktur aufgebaut werden.
- Race Conditions & Fehler: Simultan bearbeitete Blöcke führten bei instabilen Leitungen zu Datenverlust, widersprüchlichem Code und Synchronisierungsfehlern.
Wie genau die Zukunft von RTC im Core aussehen wird, ist zur Zeit noch nicht klar. Es ist gut möglich, dass das Feature als optionales Opt-in kommt, also an- und ausgeschaltet werden kann – je nach Server-Infrastruktur. Auch ist es möglich, dass Admins festlegen können, welche Benutzerrollen überhaupt gleichzeitig n einem Dokument arbeiten dürfen.
Unsere Meinung: Da das Feature wohl nur für große Redaktionen wirklich interessant ist, wäre die Möglichkeit, es optional zu aktivieren, eine sinnvolle Lösung. Die große Mehrheit der Websites wird ohnehin nur von einer oder wenigen Personen gepflegt, für die das Feature völlig unnötig ist.
Für den normalen Redaktionsalltag liefert WordPress 7.1 stattdessen das asynchrones Kollaborations-Paket „Notes“:
- Der Vorschlags-Modus: Teammitglieder können Textänderungen direkt im Editor vorschlagen. Autoren oder Admins können diese Vorschläge dann mit einem Klick übernehmen oder ablehnen.
- Rich Text in Kommentaren: Kommentare an spezifischen Inhalten innerhalb oder über mehrere Blöcke hinweg unterstützen jetzt Rich-Text-Formatierungen.
- Benachrichtigungen & Emojis: Ein neues Benachrichtigungssystem hält dich bei Antworten auf dem Laufenden, während Emoji-Reaktionen schnelles, unkompliziertes Feedback direkt im Editor erlauben.
- UX-Integration: Über einen neuen dedizierten Button in der oberen Werkzeugleiste lässt sich die Anmerkungsliste in der Sidebar ein- und ausblenden.
3. Kehrtwende in letzter Sekunde: Der Classic-Block bleibt!
Noch im Juni 2026 kündigten die Core-Entwickler stolz an, den Classic-Block (core/freeform) ab WordPress 7.1 standardmäßig aus dem Block-Inserter zu entfernen, um den Übergang zum reinen Gutenberg-Editor zu erzwingen. Doch am 7. Juli 2026 wurde diese Entscheidung offiziell zurückgenommen.
- Die Begründung: Das Feedback der Community war eindeutig. Den Classic-Block per Zwang aus dem Inserter zu werfen, macht die Nutzererfahrung für viele schlechter, ohne dem eigentlichen Ziel – dem transparenten Verzicht auf das Laden der alten TinyMCE-Bibliothek – wirklich näherzukommen. Marin Atanasov stellte im Core-Blog klar, dass der Block durch freie Wahl und bessere Konvertierungswege obsolet werden sollte, nicht durch künstlichen Zwang.
- Das Ergebnis für WordPress 7.1: Der Classic-Block bleibt ganz normal im Inserter, in der Blockliste und für Slash-Befehle erhalten.
- Wäre der Block entfernt worden, hätten Entwickler ihn über den Filter
add_filter( 'wp_classic_block_supports_inserter', '__return_true' );oder das Plugin Enable Classic Block manuell reaktivieren müssen. Das ist nun nicht mehr nötig! Bestehende Inhalte bleiben ohnehin unangetastet, und die Funktion „In Blöcke umwandeln“ steht weiterhin uneingeschränkt bereit.
4. Neue Core-Blöcke & Block-Upgrades
Mit WordPress 7.1 wächst die Liste der nativen Blöcke, was die Abhängigkeit von Drittanbieter-Plugins weiter reduziert:
- Tabs-Block: Das Highlight dieses Releases. Er organisiert komplexe Inhalte hochperformant in übersichtlichen, interaktiven Registerkarten.
- Table of Contents (Inhaltsverzeichnis): Generiert automatisch ein navigierbares Sprungmarken-Verzeichnis basierend auf den Überschriften des Beitrags. Du kannst flexibel wählen, welche Ebenen (H1 bis H4) einbezogen werden, Hintergrundfarben festlegen oder das Ganze bei Bedarf in einen Details-Block umwandeln. In seiner ersten Version ist der Block allerdings noch recht rudimentär und kommt ohne vordefinierte Überschrift oder hochkomplexe Formatierungsoptionen daher.
- Playlist-Block: Erlaubt das native Hinzufügen von Audio-Playlists inklusive einer schicken, interaktiven Waveform-Visualisierung der Tonspur.
Wichtige Block-Optimierungen:
- Der HTML-Block wird hybrid: Es ist nun möglich, editierbare Core-Blöcke innerhalb eines Custom-HTML-Blocks zu platzieren. Das ist ein großer Vorteil für KI-generierte Websites, da LLMs häufig Layouts in Roh-HTML ausgeben.
- Smarte Shortcode-Transformation: Wenn du ein registriertes Shortcode in den Editor einfügst, wird es automatisch in den passenden, vergleichbaren Core-Block oder den korrekten Embed-Block umgewandelt.
- Barrierefreiheit im Fokus: Der Bild-Block erhält einen „Mark as decorative“-Toggle. Damit werden rein dekorative Bilder für Screenreader unsichtbar gemacht.
- Gallery-Lightbox-Refinements: Die native Bildergalerie erhält eine verbesserte Lightbox mit Wischgesten-Unterstützung (Swipe) auf Mobilgeräten sowie optionalen Bildunterschriften (Captions) im Mobile-Layout.
- Gradients im Group-Block: Hintergrund-Verläufe und Hintergrundbilder können nun im Group-Block ohne Konflikte kombiniert werden (über den neuen
background.gradientBlock-Support).
5. Admin-UI: Mehr Struktur und die neue Identitäts-Zentrale
Das Admin-Dashboard und der Site-Editor verschmelzen visuell immer weiter:
- Persistente Admin-Bar (Omnibar): Die klassische schwarze Admin-Leiste begleitet dich nun nahtlos in alle Editoren. Das Design wurde modernisiert: Das altbackene „Howdy“ fliegt raus, das Profilbild wird kreisrund und verstaubte Dashicons werden durch moderne, schlanke SVGs ersetzt.
- Reflektiertes Farbschema: Der Site-Editor nutzt nun das von dir gewählte WordPress-Admin-Farbschema anstelle des immer gleichen dunklen Hintergrunds.
- Dedizierter Identity-Bereich: Unter Design → Identität im Site-Editor werden Logo, Favicon (inklusive integriertem Inline-Medien-Editor), Seitentitel und Untertitel an einem zentralen Ort gebündelt. Du musst dafür nicht mehr in die klassischen WordPress-Einstellungen abtauchen.
- Organisierte Command Palette: Die Schnellsuche (erreichbar via
Strg + Kbzw.Cmd + K) ordnet Ergebnisse übersichtlich in Abschnitte für kürzlich verwendete, vorgeschlagene und passende Befehle. Deine Historie wird sitzungsübergreifend in den Nutzerpräferenzen gespeichert. - „On This Day“-Widget: Ein neues Dashboard-Widget zeigt dir, welche Beiträge du an diesem spezifischen Tag in den vergangenen Jahren veröffentlicht hast.
6. Medien & KI: Richtlinien und robustere Uploads
- Guidelines für KI: Du findest dieses neue Feature unter Einstellungen → Richtlinien. Es fungiert als digitales Handbuch für Mensch und Maschine. Du kannst dort redaktionelle Regeln, den Tone of Voice deiner Brand oder Inhaltsstandards persistent im WordPress-Core hinterlegen. KI-Schreibwerkzeuge und Gastautoren greifen gleichermaßen auf diese Vorgaben zu. Praktisch: Die Richtlinien lassen sich problemlos exportieren und auf anderen Sites wieder importieren.
- Neues Medien-Editor-Modal: Ein neues, abgedunkeltes Vollbild-Überlagerungsfenster ersetzt das alte, oft fummelige Inline-Cropping-Tool. Klickst du im Bild-Block auf das Crop-Icon, öffnet sich das Modal und bündelt freies sowie seitenverhältnistreues Zuschneiden, feingranulares Rotieren, Spiegeln und Metadaten-Editing in einem sauberen Workflow.
- Client-seitige Resilienz: WordPress verarbeitet Medien nun intelligenter direkt im Browser. Es unterstützt neue Formate wie HEIC und Ultra HDR, konvertiert GIFs in performante Videos, generiert lokale Poster-Bilder während des Uploads und erlaubt es, abgebrochene Uploads nach einem Verbindungsverlust oder Crash einfach fortzusetzen.
- Performance-Boost durch Query Loop & Speculative Loading: Der Query Loop Block wird durch Lazy Loading und verbessertes Caching spürbar schneller. Zudem schaltet WordPress bei aktivem Page- und Object-Caching das Speculative Loading (Prerendering von Seiten im Hintergrund) standardmäßig von „konservativ“ auf „moderat“, was die gefühlte Navigation im Frontend massiv beschleunigt.
- Natives Font-Management: Das Font-Library-System wird vollständig in die
theme.jsonintegriert. Theme-Entwickler erhalten damit die volle Kontrolle über Schriften, ohne auf Drittanbieter-Plugins ausweichen zu müssen.
Unter der Haube: Was Entwickler:innen wissen müssen
Für diejenigen, die Code auf und für WordPress schreiben, bringt die Version 7.1 tiefgreifende Änderungen an den Core-Schnittstellen mit sich:
Block Bindings API & Custom Fields
Das Block Bindings API wächst rasant. In WordPress 7.1 unterstützt es das native Binden von Listen-Elementen (list-item) und inneren Blöcken an dynamische Datenquellen. Es werden standardmäßig neue Binding-Quellen für beliebte Custom-Field-Plugins wie Advanced Custom Fields und Meta Box integriert. Felder lassen sich somit direkt im Block-Editor bearbeiten, ohne das Interface wechseln zu müssen.
AI Client & Connectors Iteration
Der Fokus beim integrierten KI-Framework liegt ganz auf der Stärkung von Plugin-Autoren. Das PHP AI Client API unterstützt nun Generation Streaming (Live-Textgenerierung im Editor ohne Wartebalken) sowie Embeddings (Vektordarstellung von Inhalten für eine echte, semantische und bedeutungsbasierte Suche auf der Website). Die Connectors-Schnittstelle erlaubt nun neben API-Schlüsseln auch die Authentifizierung via Benutzername und Anwendungspasswort, was das DataForm API weiter vorantreibt. Zudem wurde das UI des AI Connectors überarbeitet, um aktive Berechtigungen und KI-Anfragen übersichtlicher zu verwalten.
DataViews und DataForms Upgrades
DataViews wird schrittweise auf die neuen Design System Primitives migrieren, um einen einheitlichen Look zu garantieren. Zudem wird der Quick Edit (Schnelles Editieren) strukturell mit dem Editor-Inspector konsolidiert. Über einen neuen serverseitigen REST-Endpunkt können Plugin-Entwickler ab sofort ihre eigenen View- und Formular-Konfigurationen für die Seiten, Templates und Patterns im Site-Editor registrieren.
Design System Komponenten
Die geteilte Komponenten-Bibliothek in wordpress/ui wird erwachsen: ThemeProvider gradiert von einem experimentellen zu einem stabilen, öffentlichen API. Zudem werden Token-Namen finalisiert (unter anderem Anpassungen bei background, foreground und stroke) und neue Customization-Tokens für Eckenradien (corner radius) und Elementgrößen eingeführt.
Erweiterung des Icon API
Nach dem Fundament in 7.0 wird das SVG Icon API für Drittanbieter geöffnet. Über die neuen Funktionen register_icon() und unregister_icon() können Agenturen und Produktentwickler eigene, gebrandete Icon-Sets ausliefern (inklusive SVG-Sanitierung und Namespace-Validierung). Passend dazu wird das Core-Icon-Set visuell überarbeitet und auf konsistente, pfadbasierte Designs (stroke-based) umgestellt.
Unicode-Support & REST API Batch Requests
- REST API Batch Requests: Eine lang ersehnte Funktion wandert in den Core. Mehrere REST-API-Anfragen können nun in einem einzigen HTTP-Request gebündelt werden, was die Latenz bei JavaScript-basierten Frontends drastisch reduziert.
- Extended Unicode Support: Um der globalen Nutzerschaft gerecht zu werden, erlaubt WordPress nun das Speichern von Unicode-E-Mail-Adressen. Kernfunktionen wie
is_email()undsanitize_email()werden entsprechend erweitert, um nicht-lateinische Zeichen fehlerfrei zu verarbeiten.
Der kritische Blick: Was du bei WordPress 7.1 vorsichtig beäugen solltest
WordPress 7.1 bringt fantastische Features, birgt für Agenturen und Betreiber komplexer Setups aber auch handfeste Risiken. Diese drei Punkte solltest du genau im Auge behalten:
1. Die React 19 Vorbereitungen im Gutenberg-Plugin
WordPress bereitet den Wechsel auf React 19 vor. In Version 7.1 wird dieses Upgrade zwar noch nicht standardmäßig im Core erzwungen, sondern landet als zuschaltbares Experiment im Gutenberg-Plugin. Dennoch ist das ein Signal an alle Plugin- und Theme-Entwickler: Die Reise geht zeitnah (voraussichtlich mit WordPress 7.2 im Dezember) in Richtung React 19. Wer seine Custom Blocks und Plugins jetzt nicht im Gutenberg-Plugin testet, steht im Winter vor einem Problem.
2. Erzwungener Iframe-Modus für Block-Themes (Enforced Iframing)
Um den Bearbeitungsbereich visuell sauber vom Admin-Bereich zu trennen, erzwingt WordPress 7.1 den Iframe-Modus für alle blockbasierten Themes. Bisher schaltete WordPress automatisch in einen alten „Non-Iframed-Modus“ zurück, sobald ein Block geladen wurde, der noch mit der alten Block API Version 2 oder niedriger arbeitet. Damit ist jetzt Schluss: Blöcke müssen zwingend auf Block API Version 3 aktualisiert sein, um im erzwungenen Iframe zu funktionieren. Ältere Custom Blocks von Kunden-Websites könnten hier visuell im Editor zerbrechen.
3. Speculative Loading: Vorsicht bei der Server-Last
Das Performance-Feature erhöht die Aggressivität des sogenannten Speculative Loadings von „konservativ“ auf „moderat“, sobald WordPress ein aktives Page- und Object-Caching erkennt. Das bedeutet, dass der Browser im Hintergrund deutlich spendabler Seiten im Voraus lädt und rendert (Prerendering), wenn ein Nutzer den Mauszeiger nur in die Nähe eines Links bewegt. Auf schwächeren Hosting-Umgebungen kann dies zu einer spürbaren Erhöhung der Serverlast (Requests) führen.
Fazit: Lohnt sich das Update?
WordPress 7.1 ist ein extrem reifer und stabiler Release. Anstatt das System mit unfertigen Experimenten zu überladen, fokussiert sich die Version auf die Stabilisierung und den Ausbau der im Core verankerten Workflows. Das native Responsive Styling kann im Design-Alltag viel Zeit sparen und die neuen asynchronen Kollaborations-Tools machen WordPress endlich fit für moderne, verteilte Redaktionsteams, auch wenn das echte synchrone Tippen noch auf sich warten lässt.
Mit der Kehrtwende des Core-Teams beim Classic-Block zeigen die Entwickler, dass sie aktiv auf die Sorgen und Wünsche der Community hören und nichts erzwingen, was den Workflow im Alltag behindert.
Aufgrund der tiefgreifenden technischen Änderungen (React 19 und der Iframe-Zwang für Block API v3) solltest du dieses Update jedoch keinesfalls blind einspielen. Warte am besten die ersten Tage ab, teste das Update ausführlich auf einer unabhängigen Staging-Umgebung und schalte es erst live, wenn all deine essenziellen Plugins und Themes grünes Licht für WordPress 7.1 gegeben haben!
Ausblick in die Zukunft: Der Weg zu WordPress 7.2
Der Blick auf die Roadmap zeigt deutlich, dass WordPress 7.1 ein extrem wichtiger Zwischenschritt für die kommenden Releases ist. Am 10. Dezember 2026 wird bereits WordPress 7.2 erwartet. Folgende Entwicklungen werfen schon jetzt ihre Schatten voraus:
- Vollständige RTC-Integration: Die in 7.1 unter Verschluss gehaltene Echtzeit-Kollaboration soll bis zum Jahresende finalisiert werden, um die Post-Sperren endgültig zu eliminieren.
- Erweiterte interaktive Zustände: Während 7.1 Hover, Focus und Active abbildet, wird bereits an komplexeren Custom States (wie dem dynamischen Styling des aktuell aktiven Menüpunkts) gearbeitet.
- Erweiterung des Iframe-Zwangs: Der in 7.1 für Block-Themes eingeführte erzwungene Iframe-Modus soll in zukünftigen Versionen auf alle WordPress-Themes ausgeweitet werden.
- Native View Transitions & Bilder-Größen: Zwei aktuelle Feature-Plugins befinden sich in der aktiven Pipeline für die kommenden Versionen: Das View Transitions Plugin für nahtlose, animierte Seitenübergänge im Frontend sowie das Enhanced Responsive Images Plugin zur noch präziseren Berechnung von Bildgrößen-Attributen in Block-Themes.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu WordPress 7.1
Wann erscheint WordPress 7.1?
Der finale Release ist offiziell für Mittwoch, den 19. August 2026, geplant.
Wird der Classic-Block verschinden?
Nein. Entgegen den ersten Planungen im Juni wurde die Entscheidung am 7. Juli 2026 revidiert. Der Classic-Block bleibt ohne jegliche Einschränkungen ganz normal im Block-Inserter erhalten.
Kann ich jetzt in Echtzeit zeitgleich mit anderen an einem Text schreiben?
Nein, noch nicht standardmäßig im Core. Diese Funktion (Echtzeit-RTC) befindet sich in Version 7.1 noch in der strategischen Klärungsphase und muss manuell über Feature-Flags oder spezielle Outreach-Testprogramme aktiviert werden. Für den normalen Redaktionsalltag gibt es jedoch die neuen, asynchronen „Notes“ (Kommentare, Vorschlagsmodus, Emoji-Feedback).
Brechen meine alten Plugins durch das React 19 Upgrade?
Das Risiko besteht bei komplexen, JavaScript-lastigen Plugins. Du solltest das Gutenberg-Plugin auf einer Staging-Seite installieren und das Experiment „React 19“ aktivieren, um deine Konfiguration vorab zu überprüfen.
Muss ich meine Blöcke wegen des erzwungenen Iframes anpassen?
Wenn du eigene Blöcke entwickelt hast, prüfe in der block.json, ob dort mindestens "apiVersion": 3 hinterlegt ist. Wenn dort Version 2 oder niedriger steht, musst du den Block aktualisieren, da er sonst im Editor eines Block-Themes ab Version 7.1 nicht mehr korrekt rendert.


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