Die Bedeutung von Website-Geschwindigkeit & PageSpeed Insights

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PageSpeed Insights
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Vor etwa einem Jahr erwachte Jesus Mendes, der SEO-Leiter von Mail Online, mit einem Schock: Ein Core Update von Google hatte dazu geführt, dass seine Website – eine der weltweit meist besuchten Online-Zeitungen – die Hälfte ihres Traffics verloren hatte. Und das über Nacht. Erfahre mehr über PageSpeed Insights, und wie du damit Performance-Sünden aufdeckst.

Die Auswirkungen auf die Website von Mail Online waren dramatisch und verwirrend. So sah sich Jesus gezwungen, in der Google Search Console Hilfe einen Beitrag zu veröffentlichen, um die SEO-Gemeinschaft um Rat zu fragen:

Ranking Absturz
Der Hilferuf in der Community

Sein ungewöhnlicher und verzweifelter Aufruf:

Am Tag nach der Aktualisierung des Core-Algorithmus (3. Juni) sahen wir einen massiven Rückgang des Suchtraffics von Google (Verlust von 50% des täglichen Traffics). Dieser Rückgang erfolgte im Laufe von 24 Stunden und wir haben keine Änderungen an der Website vorgenommen. (…) Dies gilt für alle Bereiche, Geräte, AMP und Non-AMP.

Die erste Antwort auf sein Problem ließ nicht lange auf sich warten. Und sie fand einen offensichtlichen Grund für den plötzlichen Verlust des Traffics. Denn so hart es klingen mag, die Mail Online Website wurde nach den Worten der Search Console Help Community wie folgt eingestuft:

Purer SEO Schrott. (…) Es braucht über 12 Sekunden, um die Website zu laden.

Damit hat sich eindeutig die Ladegeschwindigkeit der Seite als Übeltäter entpuppt. Warum gerade die Daily Mail eine derart langsame Website hat, das zählt der antwortende Dave Turring anhand von vier Punkten auf:

  1. Die Website ist mit Werbung überladen
  2. Sie ist mit so vielen freizügigen Bildern zu Trash News versehen, dass es sich fast schon um eine Website für Erwachsene handelt
  3. Jeder der sogenannten News-Artikel ist einfach nur ein Bild mit völlig nutzlosen Informationen
  4. Lästige Autoplay-Videos verlangsamen das Laden und schaffen eine schlechte Benutzererfahrung

Kurz gesagt: Es gibt zu viele und zu große Medieninhalte, die die Website erheblich verlangsamen.

Bilder Traffic
Immer noch sehr Bildlastig: Die Website von “Mail Online”

Der unterschätzte Faktor: Geschwindigkeit

Eine der größten Online-Zeitungen kann also über Nacht die Hälfte ihres Datenverkehrs verlieren. Und dies wegen langsamer Ladezeiten, auch bekannt als Page Speed. Welche Chance hat dann deine Website, wenn du noch nie über die Ladegeschwindigkeit nachgedacht hast? Dieser Artikel zeigt dir, wie du das Problem in den Griff bekommst.

Außerdem nennt er wichtige Ressourcen zur Verbesserung deines Page Speeds und deines SEO-Rankings. Schauen wir uns zunächst einmal an, warum die Ladegeschwindigkeit so wichtig für deine Website ist.

ebook: Messe die Performance deiner Seite wie ein Profi

Page Speed und Verkäufe

Page Speed spielt eine wichtige Rolle für den Verkauf. Früher waren die Benutzer geduldig genug, um lange zu warten, bis ein Bild geladen hatte. Während mittlerweile 53 Prozent der Besucher mobiler Websites woanders hingehen, wenn das Laden einer Website länger als drei Sekunden dauert.

Heutzutage sind die Kunden einfach nicht mehr bereit, lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Denn es gibt viele andere Orte, die sie im Internet besuchen können – um dort zu bekommen, was sie suchen. Eine langsame Seitengeschwindigkeit ist schlecht für alle. Selbst den großen Marken fällt es schwer, Kunden auf ihre Website zu bekommen, wenn die Seiten lange Ladezeiten haben.

Der Guru des digitalen Marketings, Neil Patel, veranschaulichte die entscheidende Bedeutung von Page Speed, indem er sich auf eine von Amazon durchgeführte Studie bezog. Diese ergab, dass jede zusätzliche Sekunde, die die Website zum Laden benötigt, das Unternehmen 1 Prozent seiner Einnahmen kostet. Siehe dieses Video bei YouTube:

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Das gilt vor allem dann, wenn deine Website für den E-Commerce bestimmt ist: Der Benutzer muss in der Lage sein, deine Website und alles, was er kaufen möchte, mit nur wenigen Klicks aufzurufen. Sogar Amazon hat nur selten Videos auf der Homepage. Und das Unternehmen hat engagierte Teams, die 24 Stunden am Tag an ihrer Website arbeiten.

Die Bedeutung von Page Speed für Google-Rankings

Die Ladegeschwindigkeit deiner Seite ist auch ein Ranking-Faktor. Das heißt im Klartext: durch eine kürzere Ladezeit wird deine Website in den Google-Suchergebnissen weiter oben erscheinen. Das bedeutet, dass mehr Besucher auf deine Website kommen. Die Nutzer surfen gerne auf Seiten, die schnell geladen werden. Zudem verweilen sie dort auch länger, was wiederum die Bounce-Rate verbessert.

Die Top-Plätze belegen bei Google daher immer die Websites, die auch schnell laden. Google ist schon seit langem die Suchmaschine Nr. 1, deshalb wird sein Anspruch an Websites oft zum Standard. Je langsamer die Seitengeschwindigkeit deiner Website ist, desto geringer ist die Chance, dass sie Top-Platzierungen oder überhaupt ein Ranking erreicht. Und wir alle wissen, dass die meisten Menschen nur auf die Top-Ten-Ergebnisse zu einer Suchanfrage bzw. einem Keyword klicken.

Eine Annäherung an Page Speed

In den letzten Jahren ist Google sehr viel strenger geworden, was die technischen Anforderungen anbelangt, die an Websites gestellt werden. Zumindest dann, wenn diese gute Platzierungen erhalten wollen. So erhalten Websites, die Smartphone-freundlich sind, bessere Rankings.

Die Bedeutung von Website-Geschwindigkeit & PageSpeed Insights

Im Gegensatz dazu haben langsame Websites und solche, die noch auf HTTP statt auf HTTPS setzen, im Jahr 2020 keine Chance mehr. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass bei den Messungen der Seitengeschwindigkeit auch die Art und Weise berücksichtigt wird, wie die Website auf Smartphones funktioniert. Wenn deine Website keinen hohen PageSpeed für mobile Geräte hat, wird das ebenfalls negative Auswirkungen auf die Rankings in den Suchmaschinen haben.

Die Verbesserung der Seitengeschwindigkeit hilft den Googlebots

Wenn wir über Page Speed sprechen, beziehen wir uns nicht nur auf die Zeit, die die Besucher für den Zugriff auf eine Website benötigen. Wir denken auch an die Geschwindigkeit für Suchmaschinen-Crawler. Wenn die Geschwindigkeit deiner Website zu langsam ist, wird es auch für den Googlebot schwieriger, auf deinen Content zuzugreifen.

Das ist ein weiterer Grund, warum du an der Performance deiner Seite arbeiten solltest. Wenn du Bedenken hast, ob Google auf deine Website zugreifen kann, solltest du zusätzlich eine Sitemap einreichen.

Seitengeschwindigkeit wird noch wichtiger

Googles Bestreben ist es, den Website-Besuchern die bestmögliche Nutzererfahrung zu bieten. Das bedeutet, dass eine langsamere Seitengeschwindigkeit auf einer Website in Zukunft wahrscheinlich zu noch weniger Klicks und zu noch schlechteren Rankings führen wird.

Google plant derzeit die Einführung eines entsprechenden Systems der Kennzeichnung für seinen Chrome Browser. Das macht es sehr wahrscheinlich, dass in Zukunft Websites, die nur langsam laden, in den Suchergebnissen markiert werden. In dem Moment, in dem das passiert, werden Websites mit langsamen Ladegeschwindigkeiten bei Chrome sofort im Nachteil sein.

Seitengeschwindigkeit mit PageSpeed Insights überprüfen

Damit sich Betreiber an die wachsende Wichtigkeit der Geschwindigkeit anpassen und eine Vorstellung davon bekommen, wie ihre Websites abschneiden, hat Google die PageSpeed Insights erstellt. Dieses Tool gibt den Nutzern eine gute Vorstellung davon, ob die wichtigsten Performance-Stellschrauben bereits genutzt wurden und bietet darüber hinaus einige nützliche Tipps zur Verbesserung deiner Seite.

PageSpeed Insights
PageSpeed Insights in Aktion

Wie bewertet Google PageSpeed?

Eine Website-Bewertung wird berechnet, indem Lighthouse ausgeführt wird, um Seitendaten zu sammeln und zu analysieren. Hier werden nach einem Bewertungssystem Punkte vergeben, welche die Leistung einer Website zusammenfassen. Diese siehst du im oberen Bereich von PageSpeed Insights:

  • 90 oder mehr Punkte gelten als gut
  • Zwischen 50 und 90 Punkte sind verbesserungsbedürftig
  • Unter 50 ist schlecht

Wenn du eine URL in PageSpeed Insights eingibst, dann versucht das Tool Daten für verschiedene Zustände der Ladezeiten zu messen. Hier einige der wichtigsten Kennzahlen, die analysiert und angezeigt werden:

  • FCP (First Contentful Paint): Steht für die Zeit, die Webseiten brauchen, um einen ersten Text oder ein Bild zu laden. Der FCP bezeichnet damit also, wie lange es braucht, bis der Nutzer interagieren kann.
  • FID (First Input Delay): Dieser Wert zeigt an, wie lange die Website braucht, um nach einer Interaktion zu reagieren. Beispielsweise nach einem Klick auf einen Button.
  • LCP (Largest Contentful Paint): Dieser Wert bezieht sich immer auf das Hauptelement einer Website. Zum Beispiel wie lange es dauert, bis das größte Bild geladen ist.
  • CLS (Cumulative Layout Shift): Der CLS-Wert gibt an, wie sich die visuelle Stabilität beim Laden einer Seite verhält. Je kleiner dieser Wert ist, desto besser ist die User Experience.

Die Messwerte der verschiedenen Bereiche werden durch ein Symbol von PageSpeed Insights gekennzeichnet:

  • Grüner Haken: Bedeutet eine schnelle Website
  • Oranger Kreis: Steht für eine durchschnittliche Seite
  • Rotes Warndreieck: Markiert eine langsame Seite

Wenn du herausfinden möchtest, welche Voraussetzungen du für Google PageSpeed Insights brauchst, dann kannst du das hier bei Google nachlesen.

7 Tipps, um deine Ladezeit sofort zu verbessern

Hier sind einige Bereiche, an denen du arbeiten kannst, um die Ladegeschwindigkeit deiner Website (und den Google PageSpeed Score) zu verbessern. Und um damit eine bessere Nutzererfahrung sowie bessere Rankings zu gewährleisten.

Aktiviere die Komprimierung

Komprimiere die Größe deiner CSS-, HTML- und JavaScript-Dateien so, dass sie unter 150 Bytes liegen. Oder nutze ein serverseitiges Caching für WordPress.

CSS, JavaScript und HTML verkleinern

Entferne Leerzeichen, Kommas und andere unnötige Zeichen aus deinem Code. Lösche auch alle Befehle mit nicht-einheitlicher Formatierung und unbenutzten Code. Siehe diese Anleitung für WordPress.

Reduziere Umleitungen und defekte Links

Verringere die Anzahl der Umleitungen auf deiner Website so weit wie möglich. Indem du nur Seiten umleitest, die eine beträchtliche Anzahl von Besuchern aufweisen. Nutze zusätzlich serverseitige Redirects, die teils deutlich schneller sind.

Überprüfe deine Website regelmäßig auf defekte Links und repariere diese oder entferne sie ganz. Welche Tools und Methoden du nutzen kannst, um defekte Links zu finden, erfährst du in diesem Beitrag.

Verbessere die Antwortzeit deines Servers

Stelle sicher, dass deine Website von einem geeigneten Server gehostet wird. Die optimale Server-Antwortzeit liegt unter 200 ms. Erwäge hier den Wechsel zu einem anderen Server bzw. Hoster, wenn deine aktuelle Lösung nicht funktioniert.

Bilder optimieren

Stelle sicher, dass die Bilder auf deiner Website nicht größer sind, als sie sein müssen. Mit der richtigen Art der Komprimierung kannst du Dateigrößen erheblich reduzieren, ohne dass sich die Qualität der Bilder merklich verändert. Welche WordPress-Plugins dir beim Optimieren deiner Bilder helfen, erfährst du in diesem Beitrag.

Optimiere deine Website für alle Geräte

Denke daran, dass nicht nur die Desktop-Version deiner Website schnell sein muss. Mindestens die Hälfte der Internetnutzer verwendet ein Smartphone, weshalb Google mittlerweile die Seitengeschwindigkeit der mobilen Version einer Website als Grundlage für das Ranking heranzieht. Du kommst also nicht drum herum, die Geschwindigkeit der mobilen Version deiner Website zu verbessern, wenn du ein gutes Ranking erzielen willst.

Experimentiere mit Plugins

Wenn die Architektur deiner Website ein wenig veraltet ist, solltest du vielleicht auch mit Caching-Plugins experimentieren. Oder ein serverseitiges Caching nutzen. Die Installation des Amp-Plugins auf deiner Website ist eine gute Möglichkeit, die Geschwindigkeit für mobile Besucher zu verbessern.

Jetzt liegt es an dir!

Wir hoffen, dass dir diese Tipps ein besseres Verständnis von Performance-Optimierung und Google PageSpeed Insights geben, damit du deine Website optimieren und ganz nach vorne bringen kannst.

Hilfe bei der Optimierung

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Joshua Schofield ist Marketing Content Manager für rankingCoach in Köln. In den letzten zehn Jahren arbeitete er in den Bereichen Content Creation, Digital Marketing und Corporate Education. Er hält einen Master in amerikanischer Geschichte der Universität von Nottingham.

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